20 Dinge, die ich nicht mehr kaufe und nachhaltige Alterantiven dazu viele kleine dinge

20 Dinge die ich nicht mehr kaufe und nachhaltige Alternativen dazu

Ja, auch ich stand zu Beginn meiner nachhaltigen Reise vor vielen Fragezeichen.
Und einige davon waren:
Wie kann ich dies ersetzen?
Wie soll ich ohne jenes leben?
Wie funktioniert das in umweltfreundlich? Und so weiter.
Ich habe mir damals mühsam und lange meine Informationen an dutzenden Stellen zusammengesucht und so einiges ausprobiert, dass auch (erst mal) nicht funktioniert hat. Weil ich mir gewünscht hätte, eine Auflistung wie diese zu haben, die mir kurz erklärt, was ich womit ersetzen kann, zeige ich Dir heute 20 Dinge die ich nicht mehr kaufe und nachhaltige Alternativen dazu, die umweltschonender und langlebiger sind.
Denn auch wenn ein paar der Utensilien im Zero Waste/nachhaltigen Haushalt in der Anschaffung hochpreisiger erscheinen, so lohnen sie sich auf ihre Nutzungsdauer gerechnet um ein Vielfaches mehr als die herkömmlichen Mittel, die mensch so kennt.

Aber eins nach dem anderen, gehen wir die Sachen mal einzeln durch, dann erkläre ich das genauer und Du wirst verstehen, was ich meine.

Eins noch vorneweg. Für mich sind diese Dinge inzwischen natürlich ein alter Hut, da ich sie alle schon seit Jahren umsetze. Ich weiß, dass das bei ganz vielen Menschen nicht so ist und hab mich beim Schreiben dieses Artikels immer wieder versucht, an meine Anfangszeit mit Zero Waste zu erinnern und mich zu fragen, wie es Menschen geht, zu zum ersten Mal mit vielen dieser Dinge in Berührung kommen. Deswegen ein kleiner Hinweis:
Wie vieles im Leben sind auch diese Dinge eine Sache der Gewohnheit. Auch ich habe nicht sofort alles davon perfekt umgesetzt, sondern eins nach dem anderen etabliert und bin Dinge, die ich nicht mehr in meinem Haushalt oder Leben haben wollte, Stück für Stück losgeworden. Also nimm diese Liste nicht als Maßstab, sondern als Hilfsmittel, Dich zu orientieren und Dir dabei zu helfen, eins nach dem anderen umzustellen.

1. Haarshampoo und Duschgel

(Keine Sorge, hier ist für alle was dabei, also gern den Absatz bis zum Ende lesen.)
Der wie ich finde einfachste Punkt um eine ganze Menge Müll, Ressourcen und auch Geld zu sparen. Warum? Also:
In einer Tube Shampoo oder Duschgel ist der allergrößte Teil der darin enthaltenen Masse Wasser. Wenn wir jetzt mal das Produkt auf das Wesentliche reduzieren, nämlich die Inhaltsstoffe, die uns sauber machen und die Haut und Haare pflegen und rückfetten, bleibt genau das übrig: ein Stück Seife.
Denn ob ich nun das Shampoo aus der Tube drücke und mich damit einseife oder ein festes Seifenstück mit Wasser aufschäume und es so nutze, kommt unterm Strich aufs Gleiche raus.
Abgesehen davon, dass die Verpackung, deren Herstellung, die dafür notwendigen Rohstoffe und deren Entsorgung wegfällt, sparst Du hier auch noch viele Ressourcen durch den Transport. Denn schauen wir uns das mal genauer an, ist es doch ein Irrsinn, in Flaschen abgefülltes Wasser (mit geringfügig zugesetzten Inhaltsstoffen, dass es zum Duschgel macht) in extra dafür hergestellten Einweg-Plastikbehältern in LKWs quer durch‘s Land gefahren wird und damit die Transportlast und somit den damit einhergehenden CO² Ausstoß unnötig erhöht. Ist es nicht sinnvoller, feste Seifenklötze rumzufahren und zu nutzen? Sie brauchen weniger Platz beim Transport und sind noch dazu deutlich ergiebiger, was sie noch effektiver in der Nutzung macht.
Und sie ersetzen so viele Produkte im Haushalt. Ich nutze feste Seife (natürlich verschiedene Arten davon) wirklich überall. Ob zum Hände waschen im Bad und in der Küche, zum Duschen, zum Haare Waschen, zum Spülen und zum Putzmittel herstellen.

feste Seife als Alternative zu Shampoo und Duschgel viele kleine dinge

Hier habe ich Dir mal einige Beispiele und Zubehör aufgelistet, falls Du Dich mal umschauen möchtest:
Kernseife* und Alepposeife* eignen sich zum Beispiel für so ziemlich alles. Du kannst sie in jedem der eben erwähnten Bereiche einsetzen.
Naturlich gibt es auch eine große Auswahl an duftenden Seifen*, für Haut* und Haar*. Es gibt sogar Conditioner* (also Spülung) in fester Form.
Seifenschalen aus Keramik* oder Holz* sorgen dafür, dass Dir Dein Waschbecken nicht voll sifft und die Seife nicht überall runterrutscht.
In der Dusche nutze ich ein Seifensäckchen*, in dem ich die Seife aufbewahre. So kann sie gut trocknen. Außerdem kannst Du Dich auch direkt damit einseifen. Das Säckchen peelt nicht nur sanft die Haut, es regt dadurch auch die Durchblutung an, bringt den Kreislauf in Schwung und sorgt außerdem dafür, dass sie Seife innen drin so richtig schäumt.
Eine weitere Möglichkeit, die Seife trocken aufzubewahren sind Magnetseifenhalter*. Du kannst sie überall anbringen, wo Du Deine Seifen nutzt und hast sie so überall trocken griffbereit und musst nichts sauber machen. Und für unterwegs packe ich meine Seifen immer in kleine Metalldosen*, dann bleibt der Waschbeutel sauber.
Festes Spülmittel* gibt es übrigens auch.

Die Alternative:
Ich verstehe, dass feste Seifen nicht für jede*n was sind. Manche mögen es nicht, sich mit einem festen Stück einzuseifen, anderen ist ein Stück Seife am Waschbecken nicht hygienisch genug. Keine Sorge, auch für Euch habe ich eine nachhaltige Möglichkeit:
Es gibt Pulver zum selber anrühren. Sie lösen das selbe Problem wie oben beschrieben, indem sie auf die wesentlichen Inhaltsstoffe reduziert sind. Du fügst erst Zuhause das Wasser hinzu und musst somit nicht auf deine flüssige Handseife* oder Dein Duschgel* verzichten.
Du kannst bei den Haaren aber auch auf eine ganz natürliche Methode umstellen und Roggenmehl nutzen. Wie und warum das geht, habe ich in einem ausführlichen Artikel bereits beschrieben.

2. Plastikflaschen

Eben habe ich davon gesprochen, was für ein Krux es ist, Wasser durch die Gegend zu fahren. Womit wir beim nächsten Punkt wären. Ich kaufe schon seit Jahren keine Plastikflaschen mehr. Und in den allermeisten Regionen in Deutschland, sogar in Europa, hat das Leitungswasser eine so gute Qualität, dass es unbesorgt trinkbar ist. Es ist sogar häufig strenger kontrolliert und in besserer Qualität als gekauftes Wasser. Um trotzdem immer welches mitnehmen zu können, habe ich mir schlichte Edelstahlflaschen* geholt, die ich seit Jahren täglich nutze und sehr zufrieden damit bin.
Und hier noch ein kleiner Überblick, wie ich das mit anderen Getränken und Flüssigkeiten handhabe:
Saft oder Limonaden kaufe ich von regionalen Herstellern in Glaspfandflaschen. Essig und Öle fülle ich immer wieder im Unverpacktladen nach und wenn mal eine Schnapsflasche anfällt, wird sie in unserem Haushalt ganz einfach zum Kerzenständer umfunktioniert. Die stehen bei uns auf jedem Fenstersims, im Sommer auf der Terrasse und auf dem Esstisch.
Die einzige Plastikflasche, die bei uns anfällt ist die für die Kontaktlinsenflüssigkeit meines Freundes. An dieser Stelle will mal gesagt werden, dass bei medizinischer Versorgung die Nachhaltigkeit natürlich hinten ansteht. Auch meine Allergietabletten für den Sommer bekomme ich leider nur in den 10er Blistern.

3. Spülschwämme aus Plastik

Du weißt, wovon ich rede? Diese gelb-schwarzen, rechteckigen Schwämme im 3er-Pack? Genau DIE! Und die dazugehörigen Plastikspüllappen mit dem viereckigen Muster in allen Farben.
Sie sind nicht nur Einwegprodukte, die nach dem Gebrauch entsorgt und vernichtet werden und ihre Herstellung somit unnötige Ressoucen verbraucht, sie geben bei der Nutzung auch Kleinstteile, sogenanntes Mikroplastik ab, welches dann im Grundwasser landet und somit der Umwelt und dem gesamten Ökosystem schadet.
Alternativen dazu sind zum Beispiel die Holzbürste mit kompostierbarem Wechselkopf*, ein Spülschwamm aus Luffa* (das ist übrigens ein Gurkengewächs!), eine Topfbürste aus Holz*, ein Topfkratzer aus Kupfer* oder Spülschwämme und -tücher aus Naturmaterialien*. Sie alle (bis auf den Metallkratzer) sind biologisch abbaubar und können einfach auf den Kompost.

nachhaltige Alternativen zum Spülen viele kleine dinge

4. Fast Fashion

Als ich mit dem nachhaltigen, Zero Waste Leben angefangen habe, damals 2017, habe ich erst mal eine ganze Menge aussortiert. Das hat dazu geführt, dass ich sehr lange gar keine neue Kleidung mehr gekauft habe, da ich ja festgestellt hatte, dass ich sowieso viel zu viel besitze. Und so kam es, dass ich tatsächlich erst dieses Jahr, 2021, mal wieder etwas gebraucht hatte. (Okay, ich hab vielleicht das ein oder andere Statement T-Shirt auf einer veganen Messe gekauft, aber auch hier weiß ich, dass sie Bio- und Fairtrade-Siegel tragen.)
Jedenfalls habe ich mir nicht nur zum Ziel gemacht, nur noch Lieblingsstücke in meiner Garderobe zu haben, sondern auch, dass wenn ich etwas neu kaufe, es fair und umweltschonend produziert sein soll. Und so waren dieses Jahr meine ersten neuen Teile zwei Hosen und zwei Bikinis.
Denn Fast Fashion zerstört nicht nur die Umwelt, die Arbeitsbedingungen für die Angestellten dort sind unterirdisch. Und nur, weil wir das nicht mitbekommen, bedeutet es nicht, dass es nicht existiert. (Das selbe gilt übrigens auch für tierische Produkte aller Art.)
Es wird auch noch einen ausführlichen Artikel zu diesem Thema geben, den werde ich dann an dieser Stelle verlinken.

Sofern es mir möglich ist, kaufe ich jedoch das allermeiste ohnehin Second Hand. Weil die Produkte schon produziert sind, weil es günstiger ist und weil ich so auch manchmal Einzelstücke finde, die mir am Ende mehr wert sind als z.B. ein Pulli von der Stange.
Alle Fakten, Infos, Hintergründe, Anbieter auf verschiedenen Gebieten (Medien, Kleidung, Elektronik) und noch mehr, findest Du in meinem Themenartikel zu Second Hand.

Fair Fashion statt Fast Fashion viele kleine dinge

5. Mehrfach-Rasierklingen

Erst seit ich auf einen Sicherheitsrasierer* umgestellt habe, weiß ich, dass diese Mehrklingen-Wechselköpfe für Rasierer absoluter Mist sind, unnötig Müll verursachen und noch dazu gar nicht nötig sind. Würde mensch sie auseinander bauen, könnten die Klingen vermutlich noch um einiges länger genutzt werden als in diesem System. Und unnötig teuer sind sie noch dazu.
Wenn Du den Rasierhobel/Sicherheitsrasierer noch nicht kennst und alles darüber erfahren möchtest, vom Kostenvergleich bis hin zur Anwendungsanleitung, dann habe ich auch hier einen ausführlichen Artikel für Dich.

Rasierhobel viele kleine dinge

6. Alu- und Frischhaltefolie

Auch die beiden haben früher zu meiner Küche gehört wie Salz und Pfeffer. Heute frage ich mich, wieso ich der Meinung war, Folien zu brauchen um meine Lebensmittel einzupacken oder abzudecken, wo es doch auch so viel einfacher geht. Angeschnittenes Gemüse lasse ich meist offen im Kühlschrank liegen, da hält es sich genauso frisch und wird meist ohnehin schon am nächsten Tag aufgebraucht. Brote oder auch jede andere Art von Essen, ob zur Aufbewahrung im Kühlschrank oder für unterwegs, packe ich in Edelstahl- und Glasbehälter. Manchmal auch einfach nur in ein großes Essiggurkenglas oder so. Wenn ich mal eine volle Schüssel Salat kaltstellen oder transportieren muss, lege ich einfach einen großen Teller oben drauf. Und ansonsten fallen mir gerade gar nicht mehr Einsatzorte ein.

Falls Du wissen willst, welche Dosen ich selbst seit Jahren nutze und sehr empfehlen kann, hier eine kleine Auswahl:
Doppeldeckerdose*, ideal für ein kaltes Vesper, oben Gemüse und unten belegte Brote
auslaufsichere flache Dose* oder runde Dose*, ideal für Obstsalat, Nudeln mit Soße, Eintöpfe und alles was irgendwie auslaufen kann
– die kleine Dose* hab ich eigentlich jeden Tag dabei, ob gefüllt mit Energiebällchen, Müsliriegeln oder einfach nur ein paar Nüssen und Trockenfrüchten
– Ich nutze übrigens auch die Edelstahlstrohhalme* gern für meine Smoothies oder im Sommer für ein Wasser mit Zitronen und Minze aus dem Garten und mache dazu Eiswürfel in der Edelstahlform*, da ich die alten Kunststoffformen nutze um meine Lebensmittel einzufrieren oder meine DIYs darin zu machen. Ich weiß, dass die Form nicht ganz günstig ist, habe aber die Hoffnung, dass dies eine Einmalanschaffung ist, da die Metallprodukte schlichtweg eine bestenfalls lebenslange Lebensdauer haben und somit lohnt sich das für mich allemal

Edelstahlbehälter statt Alu- und Frischhaltefolie viele kleine dinge

7. Zahnpasta aus der Tube

Auch hier wieder einer von vielen dutzenden kleinen Dingen, bei denen sich im Alltag Müll sparen lässt. Inzwischen gibt es auch für Zahnpflege eine ganze Menge müllfreier und nachhaltiger Alternativen. Wenn Du mehr darüber wissen willst, habe ich bereits einen Artikel zur Zero Waste Zahnpflege, in dem alle Alternativen vorgestellt werden.
Hier will ich aber nur mal kurz die Zahnpasta erwähnen, die es in nachhaltig entweder als Tablettenform (selbes Prinzip wie schon zu Beginn mit dem Duschgelpulver) oder im Pfandglas gibt, beides (mikro)plastikfreie Alternativen mit einem ebenso guten Ergebnis. Selbiges gilt natürlich auch für die Bambuszahnbürste.

8. Umweltschädliche Putz- und Waschmittel in Plastikflaschen

Hier ist die Lösung ganz einfach: ich mache vieles einfach selbst!
Wer das nicht möchte, der kann sich, sofern vorhanden, die benötigten Reinigungsmittel im Unverpacktladen immer wieder nachfüllen.
Hier kommst Du zu meinen Rezepten für selbstgemachtes Kastanienwaschmittel oder für Pulver-, bzw. Flüssigwaschmittel.

Und hier sind meine DIY Artikel zum Thema Zero Waste Putzen
WC Tabs
WC Ente Reiniger
Orangenreiniger mit zwei Zutaten
Das große Einmaleins des nachhaltigen Putzens (Hier erfährst Du auch, wo Du Großpackungen der Zutaten bekommst, falls Du keinen Unverpacktladen in der Nähe haben solltest.)

Grundzutaten für selbstgemachte Putz- und Waschmittel viele kleine dinge

9. Teebeutel

Wusstest Du, dass auch in Teebeuteln Plastik stecken kann? Zudem sind die meisten ja mit Metallklammern getackert, die, genau genommen, entfernt werden müssten, bevor der Teebeutel im Biomüll landet. Den Aufwand machen sich die wenigsten.
Es gibt aber auch einfachere Alternativen, z. B. den Tee lose zu kaufen und in der Frenchpress oder einem Tee-Ei aufzugießen. Dann entsteht weder Müll durch die Teebeutel, noch bei der Verpackung und der lose Tee kann direkt kompostiert werden.
Wenn Du mehr dazu lesen willst, schau mal in meinem Artikel „Kaffee und Tee unverpackt genießen“ vorbei.
Außerdem gibt es hier einen Beitrag, der genauer auf die Mikroplastik-Thematik von Teebeuteln eingeht, inklusive Link zur dementsprechenden Studie von 2019 und einem verlinkten Artikel, für den mehrere Firmen angeschrieben wurden und zu ihren Produkten, bzw. deren Verpackung befragt wurden.

nachhaltig Kaffee und Tee trinken viele kleine dinge

10. Tampons

Wieder ein Produkt, dass durch die Herstellung und den Fakt, dass es ein Einwegprodukt ist, Ressourcen verbraucht, die nicht verschwendet werden müssten. Denn Alternativen gibt es auch hier genug. Zur Menstruationstasse und Menstruationsunterwäsche habe ich bereits ausführliche Beiträge, in denen ich genauer auf die Anwendung, Kosten, Herstellung und natürlich auch meine Langzeiterfahrungen damit eingehe. Es gibt aber natürlich auch noch waschbare Binden*, das Schwämmchen* und sogar einen Mehrweg-Tampon, von dem ich erst kürzlich erfahren habe. Im Grunde das selbe wie waschbare Binden, nur als wickelbarer Baumwolltampon, für all diejenigen, die nicht frei bluten möchten und mit der Tasse vielleicht nicht zurecht kommen.

11. Küchenrolle

Ganz einfache Geschichte: Um Oberflächen sauber zu machen, benutze ich einen unserer vielen Spüllappen. Da ist so ziemlich alles dabei, selbst genähte aus alten Handtüchern und Altkleidern, selbst gehäkelte von der „Schwiegermama“, bioligisch abbaubare Spültücher mit Motiv*, Stricktücher* und einfach alte Spüllappen, die schon seit eh und je im Haushalt sind.

12. Plastiktüten

Obst und Gemüse kaufe ich entweder direkt lose oder im Gemüsenetz*, ob im Supermarkt oder auf dem Wochenmarkt. Ich hatte damit noch nie Schwierigkeiten. Als ich damit angefangen habe, wurde ich teilweise noch irritiert angeschaut, weil die Kassiererin an der Kasse das Etikett für den Beutel nicht gefunden hat, bis ich ihr gesagt habe, dass ich ihn selbst mitgebracht habe. Inzwischen ist das ja glücklicherweise in vielen Geschäften üblich, was ich großartig finde, weil das bedeutet, dass die Nachfrage nach umweltfreundlichen, nachhaltigen Produkten mehr und mehr steigt.
Und auch sonst habe ich immer und überall meine Jutebeutel dabei. Meistens mindestens zwei. Der Beutel im Beutel ist immer dann praktisch, wenn ich spontan auf dem Weg noch Besorgungen mache, aber nicht immer einen Rucksack dabei hab oder der Beutel nicht ausreicht. Das gute ist, so ein Jutebeutel lässt sich sehr klein zusammen packen, nimmt nicht viel Platz weg und wiegt auch nicht viel.

Jutebeutel mitnehmen

13. Tomatenmark und Senf in der Tube

Was soll ich sagen? Diese Alu-Tuben waren mir schon von Anfang an ein Dorn im Auge. Und eine gute Alternative zu finden, nicht leicht. Zuerst habe ich Tomatenmark im 200g Glas gekauft. Das ist mir dann regelmäßig verschimmelt. Ich hatte zwar gelesen, um es haltbar zu machen genügt es, etwas Öl in das Glas zu geben, aber ehrlich gesagt wollte ich nicht am Ende mehr Öl als Tomatenmark im Glas haben, deswegen war das keine Option für mich. Außerdem wollte ich nicht noch mehr der kleinen Gläser anhäufen, denn gerade in der Größe habe ich irgendwann nicht mehr genug Verwendung und auch wenn es eine gute Möglichkeit ist, so versuche ich auch recyclebare Einweggläser zu reduzieren. Irgendwann hab ich dann in einem größeren Biomarkt ein 1kg Glas Tomatenmark gefunden. Seither kaufe ich immer diese großen Gläser, friere das Tomatenmark in alten Eiswürfelformen ein (ein Eiswürfel ist genau ein Esslöffel), so lässt es sich zum Kochen zu portionieren und in den Gläsern lagere ich Lebensmittel oder mache meinen Orangenreiniger darin. Was ich noch alles in Würfelform einfriere und was es sonst noch für Möglichkeiten gibt, müllfrei einzufrieren, kannst Du hier nachlesen.
Senf gibt es inzwischen im Unverpacktladen Pfandglas von Bananeira und dem Unverpacktverband. Leider bisher nur den mittelscharfen, sodass Dijon und süßer Senf bei uns noch immer im Einweg-Glas im Kühlschrank steht.

Tomatenmark einfrieren viele kleine dinge

14. Deo mit Aluminium

Dass Aluminium dem Körper schadet, brauche ich an dieser Stelle wohl nicht mehr erwähnen. Dennoch gibt es nach wie vor genügend Hersteller, die immer noch gesundheitsgefährdende Stoffe in ihren Kosmetika und auch den Deos, verarbeiten. Das ist für mich inzwischen keine Option mehr. Deswegen mache ich seit Jahren mein Deo selbst. Wie ich das mache, welche Zutaten es enthält und wie sie wirken, all das kannst Du im DIY Deo Beitrag nachlesen.

DIY Deo viele kleine dinge

15. Dinge, die ich sowieso nicht brauche

(Dieser Punkt gilt natürlich nicht für wirklich wichtige Dinge, sondern für alles, was nicht lebensnotwendig ist. Wodurch auch wieder deutlich wird, dass sein Leben auf nachhaltig „umstellen“ können auch eine Art Luxusproblem ist. Aber dazu mal an anderer Stelle mehr.)

Ein nachhaltiges Leben bedeutet für mich nicht nur, möglichst plastikfrei, bzw. müllarm zu leben, sondern auch meinen generellen Konsum zu hinterfragen.
Denn, wie heißt es so schön? Das nachhaltigste Produkt ist das, was Du nicht kaufst. Daher versuche ich, mich bei (Neu)Anschaffungen immer erst zu fragen:
Brauche ich das? Und danach: Brauche ich das WIRKLICH?
Und wenn ich mir immer noch nicht sicher bin, dann schreibe ich es auf eine Liste. Denke ich in den folgenden Wochen und Monaten immer noch an diese Sache, kann ich es ja nochmal ins Auge fassen. Habe ich beim nächsten Mal auf die Liste sehen das ein oder andere schon wieder vergessen, war die Notwendigkeit wohl nicht so groß.
Was ich damit sagen will: Indem ich mir angewöhnt habe, ganz bewusst Impulskäufe zu vermeiden, bzw. erst mal zu bemerken, dass ich gerade im Begriff bin, einen zu tätigen, reduziere ich nicht nur die Berge an Krempel, die sich in Schränken, Schubladen und im Keller ansammeln können. Ich spare außerdem bares Geld und Ressourcen, wenn ich Dinge gar nicht erst kaufe. Ganz abgesehen davon kann ich viel entspannter durch die Stadt bummeln, egal, wo ich bin. Ich kann mich an den Dingen erfreuen, ohne sofort das Bedürfnis zu haben, das alles kaufen zu müssen. Alles eine Sache des mentalen Trainings.
Passend dazu hier mal noch das Bild der Konsumpyramide. Von unten nach oben angewendet bietet sie die Möglichkeit, den eigenen Konsum so nachhaltig wie möglich zu gestalten.

die Konsumpyramide viele kleine dinge

16. Unnötige Pflegeprodukte für Haut und Haar

Das ist wohl einer der Bereiche, in denen ich zuerst, wenn auch am längsten umgestellt und die Dinge Richtung nachhaltig und Zero Waste verändert habe. Zwar musste ich dafür erst mal gut eineinhalb Jahre alles an vorhandenen Vorräten aufbrauchen, aber schlussendlich bin ich inzwischen an dem Punkt, dass ich kaum noch etwas brauche. Meine Grundausstattung ist feste Seife und festes Shampoo, bzw. Roggenmehl. Außerdem mache ich meine Bodylotion, Peeling, Masken und Lippenbalsam selbst, auch wenn ich sie nicht sehr häufig verwende. Ich war einfach noch nie groß der Typ für Cremes und solchen Schnick Schnack.
Wer es gern ganz minimalistisch mag, für den kann Öl auch die meisten Pflegeprodukte ersetzen. Ob Kokosöl bei sprödem Haar oder rissiger Haut oder jede Art von Öl als Körperpflege.
Die Frage ist, wie so oft: Was brauche ich eigentlich wirklich?

17. Papiertaschentücher

Schon als Kind haben wir Zuhause Stofftaschentücher verwendet. Irgendwann hat sich das ausgeschlichen und wir hatten nur noch Papiertaschentücher im Haus. Als ich vor ein paar Jahren aber bei meinen Eltern gefragt hab, ob sie noch welche von den alten Stofftaschentüchern da haben, standen sofort zwei volle Kisten davon auf dem Tisch. Gerade Allergiker und anfällige Menschen für Herbst- und Winterschnupfen, wie ich, haben oft einen sehr hohen Verbrauch an Taschentüchern. Und auch wenn es nicht den großen Berg ausmacht, so gilt auch hier die Devise: Kleinvieh macht auch Mist. Im Geldbeutel und im Mülleimer. Stell Dir einfach mal vor, Du müsstest die vielen Einweg-„Kleinigkeiten“ die ich inzwischen hier schon aufgelistet habe, nicht mehr kaufen um sie irgendwann wegzuwerfen, wie viel Müll und Geld das in Deinem Haushalt sparen würde.
Und nein, Stofftaschentücher sind nicht weniger hygienisch, denn in ein Papiertaschentuch schnäuzt Du ja vielleicht auch öfter als ein mal rein, bevor Du es wegwirfst und Deine Socken oder Unterwäsche ziehst Du doch auch nach dem Waschen wieder und wieder an. Genauso ist es auch bei den Stofftaschentüchern.

Stofftaschentücher viele klein dinge

18. Fertiggerichte oder Konserven

Zugegeben, dieser Punkt trifft nicht zu 100% zu. Auch ich habe noch die ein oder andere Dose im Haus, z.B. wenn ich mal eine Fairtrade Bio-Ananas kaufe, die dann in der Dose ist. Oder das Katzenfutter, das ebenfalls in Dosen abgepackt ist (immer noch besser als diese 100g Aluschälchen) oder ab und an auch mal ein paar vegane Würstchen zum englischen Frühstück.
Aber ich würde behaupten, dass in unserem Haushalt wohl ein Bruchteil dessen an verpackten (Fertig)Lebensmitteln zu finden ist im Vergleich zu anderen.
Und wenn, dann kaufen wir das meiste in Gläsern, die dann weiter verwendet werden, wie z.B. Pestogläser als Gewürzgläser oder Aufstrichgläser für DIY Weihnachtsgeschenke. In großen Gläsern wie vom Tomatenmark oder Kirschen sammeln wir Kronkorken oder lagern unsere Lebensmittel.
Doch das allermeiste wird hier tatsächlich unverpackt gekauft und frisch gekocht. Schmeckt doch einfach auch am besten!
Hier kommst Du zu allen meinen veganen Rezepten.

19. Backpapier

Wusstest Du, dass Backpapier nicht in den Papiermüll darf? Auch unbenutztes nicht, da es beschichtet ist und somit nur das Papierrecycling erschweren würde? Das war für mich einer der Gründe, warum ich auch dort auf etwas nachhaltigeres umsteigen wollte. Also nutze ich seit einigen Jahren eine Dauerbackfolie. Die sieht inzwischen zwar nicht mehr ganz so frisch aus, erfüllt ihren Zweck aber allemal. Und wenn ich Kuchen, Früchtebrot oder Muffins backe, fette ich einfach die Formen richtig gut ein, dann braucht es auch kein Backpapier.
Wenn Du noch mehr über unterschiedliche Sorten von Papiermüll lesen und wissen willst, wie Du ihn einfach reduzieren kannst, dann schau gern mal im Themenartikel zu Papiermüll rein.

Dauerbackfolie stattt Einwegbackpapier viele kleine dinge

20. Toilettenpapier

Ja, das stimmt. Naja, fast. Für unsere Gäste haben wir selbstverständlich nach wie vor Toilettenpapier im Haus. Aber ich selbst, und auch mein Partner, wir nutzen seit Sommer 2018 kein Toilettenpapier mehr Zuhause. Wir nutzen lediglich eine Handbrause, ein sogenanntes Handbidet, dass an unserer Badewanne, direkt neben der Toilette, angeschlossen ist. Du fragst Dich, wie das geht und wie unser Weg dorthin war? Dann kann ich Dir den Artikel der Zero Waste Toilette mit der sehr unterhaltsamen Entstehungsgeschichte dazu empfehlen.
Für unterwegs haben wir außerdem eine mobile Podusche* weil das frisch gewaschen Gefühl einfach besser ist als mit Toilettenpapier.

Zero Waste Toilette viele kleine dinge

Wie Du siehst gibt es etliche Beispiele, wie und wo Du anfangen kannst, um bei ganz alltäglichen Dingen Müll und Ressourcen einzusparen.

Hat Dich einer dieser Punkte besonders überrascht?
Hast Du noch Fragen dazu?
Oder gibt es etwas, dass ich vergessen habe zu erwähnen oder bei dem Du nicht weißt, wie Du es ersetzen oder eine Alternative finden sollst?
Schreib mit gerne einen Kommentar unter den Beitrag.

Unverpackt einkaufen um Müll zu vermeiden viele kleine dinge