Badezimmer Tipps Zero Waste

Zero Waste Zahnpflege

Zero Waste Zahnpflege

Das Badezimmer ist vermutlich einer der Bereiche, in dem eine ganze Menge Müll und unnötige Plastikverpackungen anfallen. Weil alles auf einmal doch etwas viel ist, von Duschutensilien, über die Toilette, Haar- und Körperpflege bis hin zu Periodenprodukten, kümmern wir uns heute erst mal nur um die Zero Waste Zahnpflege.
In diesem Artikel erfährst Du, welche nachhaltigen, plastikfreien und verpackungfreien (oder verpackungsreduzierten) Alternativen es gibt und wie Du sie anwendest.

Zero Waste Zahnbürsten viele kleine dinge

Die Zahnbürste

Der Klassiker – die Bambuszahnbürste

Was die allermeisten bestimmt inzwischen kennen oder zumindest schonmal irgendwo gesehen haben, ist die Holzzahnbürste*. Es gibt sie mit Borsten in vielen verschiedenen Farben, Stärken und Größen. Um sie zu unterscheiden haben manche Marken verschiedene (natürliche Bio-)Farben oder eingebrannte Symbole am Stielende.

Die allermeisten von ihnen sind aus Bambus. Was auf den ersten Blick wie ein Importprodukt wirkt, ist insgesamt aber die beste Lösung. Denn im Vergleich zu heimischem Holz wächst Bambus um ein Vielfaches (etwa 10 mal) schneller, ist somit weitaus ergiebiger und nachhaltiger in der Verwendung als „normales“ Holz. Selbst der Import kann diesen Effekt nicht reduzieren.
Zudem hat Bambus von sich aus eine natürliche antibakterielle Eigenschaft. Wenn auch nicht mit allzu großem Ausmaß. Aber immerhin.

Die wohl bekannteste Marke unter den Zahnbürstenherstellern ist wohl die Hamburger Firma Hydrophil*. Sie achten nicht nur auf vegane und faire Herstellung ihrer Produkte (wie viele ihrer Marktmitstreiter ebenfalls), sie produzieren zudem wasserneutral und spenden 10% ihrer Einnahmen an viva con agua.

Entsorgung der Bambuszahnbürste

Viele Bambuszahnbürsten* haben Borsten auf Basis von Rizinusöl oder Nylon, welche jedoch noch nicht zu 100% biologisch abbaubar sind und sollten daher sicherheitshalber, Stand heute, besser noch, getrennt vom Holzstiel, im Restmüll entsorgt werden. Dazu kannst Du entweder den Kopf der Zahnbürste abbrechen oder die Borsten mit einer Zange leicht selber herausziehen und beides getrennt entsorgen. Das Holz kannst Du im eigenen Kompost entsorgen. Für den herkömmlichen Biomüll reicht es vermutlich nicht aus, da dieser meist nach 6 – 12 Wochen weiter verarbeitet wird und diese Zeit für die Bambuszahnbürste nicht genügt, um sich vollständig oder ausreichend zu zersetzen.

nachhaltige Zahnbürstenwechselköpfe

Wechselköpfe aus Bioplastik

Die Marke TIO* führt auch Wechselköpfe, sowohl für Handzahnbürsten, als auch für elektrische. Die sind zwar nicht aus Holz, dafür aber (zum größten Teil) aus Bioplastik statt aus Erdöl. Aufgrund der Funktionsweise und der Beanspruchung der elektrischen Bürstenköpfe besteht deren Drehkern im Inneren nach wie vor auf erdölbasiertem Kunststoff und die Aufsätze können daher nicht restlos kompostiert werden. Wer aber aus medizinischen oder anderen Gründen nicht auf die elektrische Zahnbürste verzichten kann oder möchte, für den stellt das auf jeden Fall die nachhaltigere Variante zu den herkömmlichen Aufsätzen dar.

Natur pur

Wer es gern ganz natürlich mag, für den ist vielleicht auch Miswak* etwas. Erhältlich als ganzes Stück des Zahnbürstenbaumes, oder als Teilstück zum Aufstecken* (zur besseren Reinigung und Erreichbarkeit der Backenzähne) ersetzt der Zweig Zahnbürste und Zahnpasta zugleich und ist vom Altertum bis heute in vielen Teilen der Welt eine verbreitete Methode der Zahnpflege. Durch seine natürlichen Inhaltsstoffe hat dieses Naturprodukt von sich aus bereits alle Voraussetzungen, die es zur Zahnreinigung und Kräftigung der Beißerchen benötigt (Saponine, Vitamin C, Calciumsalze, Silizium, Fluoride und einige mehr). Da es sich bei dem Miswakzweig um ein 100% Naturprodukt handelt, ist er vollständig biologisch abbaubar.

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Zahnpasta (und Alternativen)

Hier ist die Vielfalt wirklich groß. Während es im Drogeriemarkt höchstens Zahncremes mit verschiedenen Farben und Geschmacksrichtungen gibt, haben sich hier die Entwickler nachhaltiger Zahnpflegeprodukte wirklich Einiges einfallen lassen.

Es gibt natürlich auch die klassische Zahnpasta*, allerdings im Glas. Auf gleiche Weise verwendet, wenn auch die Feuchtigkeit hier erst durch die Zahnbürste und im Mund dazukommt, sind Zahnpulver und Zahnsalz. Sie sollen durch ihre gröbere Beschaffenheit Beläge noch besser von den Zähnen reiben. Die bekannteste Marke im Bereich nachhaltige Zahncreme ist hier wohl Ben&Anna*.

Eine weitere Möglichkeit sind Zahnputztabletten*. Sie kommen ohne das Glas als Verpackung aus. Für die Verwendung einfach die Zahnbürste nass machen (für mehr Feuchtigkeit), Tab zwischen den Zähnen kurz zerkauen und dann drauf los schrubben. Die Zahnputztabletten gibt es, genau wie die Zahnpasta, mit und ohne Fluorid und in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Ich mag es ja nach wie vor am liebsten frisch und minzig. Nicht wundern: Die Zahnputztabletten schäumen kaum, reinigen die Zähne aber genauso gut. In der Regel genügt eine Tablette pro Zähneputzen.

Noch eine Option gibt es mit der Zahnpasta am Stiel*. Hier wird für die Anwendung die Zahnbürste nass gemacht, die Zahnbürste dann über den „Lolli“ gerieben und dann kann los geputzt werden. Aus hygienischen Gründen empfiehlt es sich hier bei einem Mehrpersonenhaushalt, dass jede:r eine eigene Zahnpasta am Stiel hat.

für die Zwischenräume

Jap, auch daran will gedacht sein! Ob Zahnseidesticks oder Interdentalbürstchen mit Holzgriff oder die Zahnseide* im Glasflakon, Alternativen gibt es auch hier zur Genüge, auch vegan!

Mundraumpflege

Auch hier gibt es wieder mehrere hilfreiche Dinge, die Du verwenden kannst, um Deinen Mundraum (oder wie wir hier in Schwaben sagen, „s Göschle“), frisch, bakterienreduziert und gesund zu halten.
Der Zungenschaber aus Metall* dürfte, gut gepflegt und achtsam transportiert, eine einmalige Anschaffung sein.
Aber auch Mundwasser gibt es in Glasflaschen. Du kannst Dir aber auch aus abgekochtem Wasser, etwas Natron und ätherischen Ölen (Achte dabei darauf, dass sie für die innere Anwendung geeignet sind!) ganz einfach Deine eigene Mundspülung herstellen.

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Meine Erfahrungen mit der Zero Waste Zahnpflege

Ich hatte früher eine elektrische Zahnbürste (zu der Zeit, als es noch keine umweltfreundliche Alternative dafür gab), weil ich dachte, dass nur sie meine Zähne, die Kanten und Zwischenräume wirklich sauber bekommt und alle Ecken erreicht. Als ich dann vor ein paar Jahren auf die Bambuszahnbürste und die Zahnputztabletten umgestiegen bin, war ich wirklich sehr überrascht, dass meine Zähne genauso sauber werden, wie sonst auch! Das hatte ich ehrlich nicht erwartet und bin bis heute umso begeisterter davon!

Auch wenn ich sonst wirklich problematische Zähne habe (hab mir mal einen halben Backenzahn an einem harten weißen Kaubonbon abgebrochen, weil sie so weich sind und auch durch andere Bedingungen vorbelastet) sind sie sauber, glatt und (soweit bei mir möglich) gesund. Zumindest meine Zahnärztin hat den Umstieg nicht bemerkt, also kann die Putzleistung der nachhaltigen Produkte nicht schlechter sein als die der herkömmlichen kommerziellen Angebote.

Fazit

Der Markt für nachhaltige und plastikfreie (oder zumindest so plastikreduziert wie möglich) Produkte ist groß. Und vielfältiger und kreativer wie es auf den ersten Blick scheinen mag. Das ist eines der Dinge, die ich am „Zero Waste“ Leben so liebe: Es gibt nicht nur eine Alternative pro Themenbereich, sondern viele verschiedene, sodass jede:r die Möglichkeit hat, die für sich beste und passende Option zu finden.
Probier einfach mal aus, welche die richtige für Dich ist!

Wenn Du jetzt nochmal in Ruhe durch alle genannten und ein paar weitere nachhaltige Zahnpflegealternativen stöbern willst, findest Du hier alle zusammen im Überblick*.

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