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Zimmerpflanzen selbst vermehren

Zimmerpflanzen vermehren viele kleine dinge

Zimmerpflanzen haben häufig eine hohe Ökobilanz, da sie entweder sehr aufwändig in speziellen Gewächshäusern gezogen oder von sehr weit her importiert werden. Dies kannst Du vermeiden, indem Du Pflanzen selbst vermehrst und Ableger von Pflanzen kaufst oder tauscht.
Ich habe so schon viele verschiedene Arten an Pflanzen von Freunden und aus der Familie bekommen und selbst auch einige weitergegeben.
Heute zeige ich Dir am Beispiel der Efeutute, eine der gängigsten, leicht zu pflegenden Zimmerpflanzen, wie Du Deine Zimmerpflanzen selbst vermehren kannst.

Ableger Efeutute

(Natürlich gibt es verschiedene Pflanzenarten und somit auch andere Vermehrungsarten, wie z. B. Teilung. Ich zeige an diesem Beispiel die Vermehrung durch einen Triebsteckling, umgangsspachlich auch als Ableger bezeichnet. Hierbei kann die Triebspitze, als auch Zwischenstücke des Triebes verwendet werden. Genauer siehst Du das im Laufe des Artikels in den Bildern. Bei den meisten Pflanzen erkennst Du aufgrund der Wuchsform, ob sie für diese Art von Vermehrung geeignet ist. Falls Du Dir unsicher bist, gib einfach bei Ecosia (der grünen Suchmaschine, die Bäume pflanzt) den Namen Deiner Pflanze und Vermehrungsart ein oder suche die Pflanze bei Wikipedia, dort wirst Du meistens auch fündig. Und dann kannst Du auch schon loslegen.)

Die Efeutute

Sie ist eine sehr genügsame Pflanze. Ihr macht es nichts, auch mal ein paar Tage trocken zu haben. Wenn sie wirklich durstig ist, zeigt sie es durch schlaffe, eingerollte Blätter an. Sie kann auch mal einen Tag etwas die „Füße“ im Wasser haben, ohne sofort einzugehen. Natürlich sollte beides kein Dauerzustand sein. Dennoch macht diese robuste Art sie so perfekt für Pflanzeneinzeiger, die sich langsam rantasten möchten, wie grün ihr Daumen ist. Noch dazu wächst die Efeutute sehr weit auslaufend fröhlich vor sich hin, sodass Du immer wieder Ableger nehmen kannst um Deinen Dschungel zu erweitern oder zu verdichten.

Was Du brauchst

  • ein scharfes Messer, am besten im Handling eignet sich hierfür ein Taschenmesser
  • eine Mutterpflanze, die groß genug ist, um Stecklinge von ihr zu nehmen
  • Gläser in verschiedenen Größen und/oder eine Flasche mit schmaler Öffnung
  • Pflanztöpfchen in verschiedenen Größen
  • frische Pflanzenerde, am besten torffrei
  • eine Gießkanne mit kleinen Gießlöchern für einen feinen und weichen Gießstrahl für die Jungpflanzen
  • ein sonniges Plätzchen
  • Geduld
Efeutute scindapsus viele kleine dinge

Wie Du vorgehst

Wenn die Efeutute schon etwas älter ist, kommt es manchmal vor, dass sie sehr lange Austriebe hat, an denen manchmal über längere Stücke keine Blätter mehr dran hängen. Solche Stränge eignen sich ausgezeichnet, um Ableger zu machen und die Triebspitze, an der noch Blätter sind, ebenfalls als weitere Mutterpflanze zu nutzen.

Triebe zurechtschneiden

Wichtig beim Stecklinge aus Zimmerpflanzen ziehen ist, dass die Triebe schon Luftwurzeln haben, wie Du auf dem ersten Bild erkennen kannst. Für den Kopfsteckling, also das Ende des Triebes, das noch Blätter hat, schneide den Trieb mit einem glatten Schnitt hinter der Luftwurzel ab. Du kannst auch noch ein oder zwei Blätter abzwicken, wenn sie zu nah an der Schnittstelle wachsen. Jetzt stellst Du den Trieb, wie auf dem dritten Bild zu sehen, einfach in ein Gefäß mit Wasser und lässt es an einem sonnigen Standort erst mal Wurzeln treiben. Das kann einige Tage bis Wochen dauern, je nach Standort, Temperatur usw. Bestenfalls wechselst Du auch alle zwei Tage das Wasser aus, damit die Pflanze immer mit frischem Wasser versorgt ist, Du trinkst ja sicher auch nicht gern abgestandene Sachen. Den Kopfsteckling kannst Du später genauso einpflanzen wie die anderen Triebe auch, was ich im Folgenden erkläre.

Triebstecklinge in Wasser wurzeln lassen

Für die kleinen Triebstecklinge verfährst Du genauso (siehe zweites Bild). Der einzige Unterschied, bei langen, blattlosen Trieben ist, dass Du lediglich die einzelnen Wurzelstücke in Wasser legst. Wenn sie an den Seiten zu lang sind, kannst Du sie einfach kürzen, sodass Du etwa 3 – 4 cm große Stücke mit dem Wurzelaustrieb in der Mitte hast. Hier würde ich das Wasser täglich wechseln und die Triebstücke gut durchspülen, damit nichts anfängt zu gammeln. Alternativ kannst Du die Triebstücke auch in feuchtes Moos einwickeln und in eine Tüte oder ein Glas luftdicht verschließen, damit es nicht austrocknet. Für mich ist die Variante im Wasserglas jedoch die einfachste Methode. Wenn die Luftwurzeln sehr trocken sind, kann es unter Umständen etwas länger dauern, bis die Triebe auswurzeln. Da ist Geduld gefragt.

Ich hatte bei dieser Pflanze etwa 40 Triebstecklinge oder mehr. Dass sich im Wasser mal ein Stück zersetzt oder matschig wird, weil die Wurzel nicht richtig austreibt, kann vorkommen, ist aber nicht weiter schlimm. Dann einfach aussortieren und den Rest weiter wachsen lassen. Wie auf dem zweiten Bild im Artikel zu sehen, habe ich die Triebe auch irgendwann sortiert. Wenn schon welche Blätter ausgebildet haben, aber die Wurzeln noch nicht groß genug sind, nehme ich drei oder vier Triebe in ein Glas und lasse sie dort weiter wurzeln, damit das Durcheinander von Trieben, Wurzeln und Blättern im Glas nicht zu groß wird.

Bewurzelte Triebstecklinge einpflanzen

Haben Deine Triebe ein paar starke Wurzeln ausgebildet (am besten mindestens zwei starke Wurzeln, die mehrere Zentimeter lang sind), kannst Du sie einpflanzen. Ich benutze dafür kleine Pflanztöpfchen im Maß 7 x 7cm, die ich ohnehin von meiner Gemüseanzucht habe, Du kannst aber auch einfach kleine Pflanztöpfchen nehmen, die Du gerade übrig hast. Pro Töpfchen setze ich etwa 3 bis 4 Triebe ein, die dann später auch zusammenbleiben und eine große Pflanze bilden.

Fülle Dein Töpfchen locker mit Erde. Steche jetzt mit dem Finger ein Pflanzloch ein, in das Du vorsichtig die Wurzel hineinlegst. Wichtig dabei ist, dass die Wurzel nicht allzu sehr verknickt, eingerollt oder stark verdreht ist, damit sie gut anwachsen kann. Decke die Wurzeln vollständig mit Erde ab, den Trieb kannst Du oberhalb liegen lassen oder auch vorsichtig mit einpflanzen. Allerdings sollten die Blätter und die Blattstiele nicht in die Erde gepflanzt werden.
Zum Abschluss gießt Du Deine frisch eingepflanzten Triebe noch gut an und hälst sie die nächsten Wochen regelmäßig feucht, damit sie gute Wurzeln bilden können und nicht vertrocknen.

Jungpflanzen umtopfen viele kleine dinge

Jungpflanzen umtopfen

Mit der Zeit wirst Du feststellen, dass Die Blätter Deiner Efeutute immer größer werden und die Pflanze immer weiter wächst. Dann wird es Zeit, sie in einen größeren Topf zu setzen, um ihr mehr Wurzelraum zu geben. Zum Umtopfen nimmst Du wieder frische Erde und einen etwas größeren Pflanztopf. Zuerst wird der Boden des Topfes mit etwas Erde gefüllt. So viel, dass, wenn Du die Jungpflanzen in den Topf stellst, die Erde des kleinen Topfes mit dem Rand des neuen Topfes abschließt. Anschließend füllst Du an den Rändern noch die Leerräume locker mit Erde. Wieder angießen und Deine ersten selbst gezogenen Zimmerpflanzenableger sind bereit, verschenkt zu werden oder Deine Wohnung zu verschönern und an ihren neuen Standort zu ziehen.

Hier siehst Du nochmal die Stadien der Pflanze zu verschiedenen Zeitpunkten. Das erste Bild ist direkt nach dem Einfpflanzen der Triebe, das zweite nach dem Umtopfen und das dritte, wenn die Pflanze dann schon etwas größer ist.

Wusstest Du…? – Pflanze üppig wachsen lassen

Wenn Du eine buschige Efeutute möchtest, gibt es einen ganz einfachen Trick. Wie Du ja jetzt im Artikel erfahren hast, kann jede Luftwurzel entlang des Triebes neue Wurzeln ausbilden. Du kannst nun also einfach viele Stecklinge nebeneinander einpflanzen um eine üppige Pflanze zu erhalten, oder aber Du legst die Triebe, wenn sie wieder etwas länger gewachsen sind, einfach in den Topf und steckst sie fest, sodass die Wurzeln Bodenkontakt haben. Wenn Du sie regelmäßig feucht hälst, indem Du sie z. B. besprühst, wachsen auch hier die Wurzeln im Boden an und Deine Pflanze wird dadurch voller. Natürlich kannst Du auch die einfache Methode wählen und die langen Triebe einfach immer wieder von oben nach unten um den Topf oder über die Pflanze wickeln, wie es Dir gefällt. Meine Efeutute findet sich einfach überall in unserer Wohnung. Sie wächst in der Hängeampel in der Küche, hängt vom Kleiderschrank und den Obstkisten im Wohnzimmer und im Flur. Und die kleineren Pflanzen, die noch nicht so lange Ausläufer haben, stehen überall auf den Fenstersimsen.

Wusstest Du…? – Artenvielfalt

Die Efeutute gibt es in vielen verschiedenen Variationen gibt? Wenn Du willst, hast Du ein und die selbe Pflanze, alle sehr leicht in der Pflege, und trotzdem sehen sie alle anders aus. Wie zum Beispiel die Efeutute Neon, die, wie der Name schon sagt, mit ihren leuchtend neongrünen Blättern ein echter Blickfang ist. Oder die Efeutute N‘Joy, sie hat nicht ganz so glatte und gleichmäßig geformte Blätter. Außerdem ist ihr Grün etwas dunkler und sie hat eine weiße Panaschierung (so nennt man weiße Flecken oder Streifen in den Blättern). Und dann wäre da noch die gefleckte Efeutute. Sie hat tief dunkle Blätter mit kleinen hellen, leicht silbrig glänzenden Flecken darauf.

Wusstest Du…? – Verfärbung

Die Efeutute bekommt umso mehr weiße Verfärbungen, je mehr Licht sie bekommt. Also umso heller der Standort, umso mehr verfärben sich auch die Blätter. Wundere Dich nicht, wenn Du eine Pflanze mit viel Weißanteil hast, die den Anschein macht, sich nicht weiter zu entwickeln. Mehr weiß bedeutet weniger Photosynthese, die die Pflanze zum Wachsen braucht. Aber keine Sorge, sie schafft das schon, nur eben etwas langsamer als eine Pflanze mit durchgehend tief dunkel gefärbten Blättern.

Ableger Efeutute selber ziehen viele kleine dinge

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