Brennnesseljauche selber machen viele kleine dinge

Natürlich Düngen mit Brennnesseljauche

Als ich vor vier Jahren meinen kleinen Terrassengarten angelegt habe, hatte ich wirklich noch gar keine Ahnung, was ich da mache. Ich wusste nur, ich will, wenn möglich, selbst angebautes Gemüse ernten, ohne Transportwege. Vor allem aber auch ohne den Einsatz chemischer Zusatzstoffe. Seien es nun Spritzmittel gegen Schädlinge und Krankheiten oder Dünger um die Pflanze mit ausreichend Energie zu versorgen.
Auch Schneckenkorn sucht mensch in meinem Garten vergebens, doch auch natürliche Hilfsmittel wie Hornmehl oder Hornspähne kommen bei mir als Veganerin selbstverständlich nicht zum Einsatz.
Dass auch Gemüsepflanzen nicht allein von Luft und Liebe leben können und nur mit Wasser vermutlich nicht genug Nährstoffe haben, um eine reiche Ernte abzuwerfen, war mir aber auch klar.
Also habe ich viel recherchiert, mich eingelesen, dutzende Youtubevideos geschaut und herausgefunden, dass nicht nur die Überbleibsel eines Boklashi-Eimers als Dünger nützlich sein können, sondern auch Brennnessel ein toller Nährstofflieferant ist, vorausgesetzt, mensch weiß, wie sie zu verarbeiten ist. Da neben meinem Hochbeet ohnehin schon seit ich den Garten begonnen habe (als hätte er geahnt, dass ich das brauchen kann) Brennnessel wuchert noch und nöcher, kam mir das sehr gelegen und deshalb zeige ich Dir in diesem Beitrag, wie auch Du mit Brennnesseljauche natürlich düngen kannst.

Warum überhaupt Jauche verwenden?

Kurz zum Einstieg: Auch wenn sich in diesem Artikel alles um Brennnesseljauche dreht (einfach aus dem praktischen Grund, weil es meine Art der Düngung ist aus Gründen der Verfügbarkeit), so können für die Jauche ebenso Pflanzen wie Ackerschachtelhalm, Giersch oder Löwenzahn verwendet werden.

Die vielerorts als „Unkraut“ unliebsam aus dem Garten entfernten Pflanzen stecken nämlich voller guter Nährstoffe (vor allem Stickstoff), die gerade Starkzehrer im Gemüseanbau wie Tomaten, Kürbis, Zucchini, Gurken, aber auch Kräuter, Kohlgewächse und viele andere Gewächse gut brauchen können um stark zu wachsen, resistent gegen Krankheiten und Schädlinge zu bleiben und gesunde, große und viele Früchte auszubilden.

Und in einem Bio Garten natürlich verfügbare Mittel statt Chemiekeulen zu verwenden, liegt auf der Hand. Wenn Du übrigens noch mehr zum Thema Bio und vor allem Biosiegel erfahren möchtest, empfehle ich Dir diesen Artikel.

Brennnesseljauche selber machen viele kleine dinge

Wie wird die Brennnesseljauche hergestellt?

Was Du brauchst

  • einen Eimer mit Deckel
  • eine gute Menge Brennnesseln
  • Handschuhe
  • Schere
  • Wasser
  • Holzstiel oder kleiner Ast zum Umrühren
  • Sieb oder Tuch

Wie Du vorgehst

  1. Als erstes werden die Brennnesseln geerntet. Dafür mit den Handschuhen ein paar Stängel direkt über dem Boden abschneiden. Je nach Größe der Pflanzen können das zwischen 10 und 20 Stiele sein. Du kannst auch einfach nach Gefühl ernten, bis der Eimer voll ist.
  2. (Eine Faustregel sagt etwa ein Kilogramm frische Brennessel auf 10 Liter Wasser. Wenn Du also beispielsweise gleich eine große Tonne damit befüllst, kannst Du Dich daran halten.)
  3. Die Brennnesseln klein schneiden, sodass sie gut im Eimer Platz finden und ein wenig nach unten drücken.
  4. Den Eimer mit Wasser auffüllen, kurz umrühren und verschließen.
  5. Mindestens zwei Wochen ziehen lassen.
  6. Wenn keine Bläschen mehr entstehen ist die Jauche fertig zur Verwendung.
Brennnesseljauche selber machen viele kleine dinge

Wie wird Brennnesseljauche angewendet

Ist die Jauche lang genug vergoren, werden die übrigen festen Bestandteile abgesiebt. Die Blätter zersetzen sich im Prozess nahezu gänzlich (je nachdem, wie lange die Jauche steht), die Stiele bleiben in der Brühe erhalten. Die Jauche also entweder durch ein Sieb gießen oder den Eimer mit einem Tuch bedecken und umschütten, so bleiben die Feststoffe im Eimer zurück. Die Reste kannst Du entweder in den Kompost/Biomüll geben oder als Mulch direkt an die Pflanzen. Durch die Verrottung wird der Boden zusätzlich mit Nährstoffen angereichert und die Pflanze darüber damit versorgt.
Die Jauche kann wöchentlich im Verhältnis 1:10 zum Gießwasser gegeben werden, um die Pflanzen stark und gesund zu halten.

Wo Du Brennnesseln im Gemüsegarten noch einsetzen kannst

Das grüne Kraut kann nicht nur als regelmäßiger Dünger dienen, sondern helfen ebenso bei der Bekämpfung oder auch schon zur Vorbeugung gegen Schädlingen wie Blattläuse.
Dafür wird am besten der Sud verwendet oder angesetzt.
Sud unterscheidet sich in sofern von der Jauche, als dass es der „frischere“ Extrakt ist. Sud ist bereits nach 12 bis 24 Stunden einsetzbar und sollte frisch verwendet werden. Wo hingegen es der Jauche nichts ausmacht, wenn sie länger steht. Du kannst also einfach den Sud nach einem Tag verwenden und den Rest als Jauche noch länger stehen und ziehen lassen.
Für die Verwendung einfach den Sud unverdünnt in eine Sprühflasche füllen und die Stiele und Blätter (oder befallene Pflanzenteile) damit besprühen. Bei akutem Befall den Vorgang bestenfalls mehrmals täglich (3 bis 5 Mal) wiederholen, bis alle Schädlinge beseitigt sind.
Ich selbst habe schon sehr gute Erfahrungen mit der Anwendung von Brennnesseljauche gegen Blattläuse im eigenen Garten gemacht.

Hast Du schonmal Deine eigene Pflanzenjauche angesetzt?
Oder hast Du vielleicht noch weitere nützliche Gartentipps?
Was möchtest Du noch gern zum Thema Garten und Gemüseanbau hier lesen?
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